Mittwoch, 20. Juli 2016

Isola Bella am 15.07.2016


Nun hatte ich mal wieder Lust auf ein gutes italienisches Essen, und da ich schon länger nicht mehr im Isola Bella war (jedenfalls in diesem Jahr noch gar nicht), beschloss ich, an diesem Freitag Abend hinzugehen. Es war ein warmer Sommertag, wie auch in den letzten Tagen, auch wenn es sich gegen Abend immer etwas abkühlt. Um 18.50 Uhr verließ ich meine Wohnung und ging zur Bushaltestelle an der Stiepeler Straße, welche für mich jetzt die nächstgelegene erreichbare Haltestelle für die Linie 375 ist, die nach Witten fährt. Die „Experten“ von der BOGESTRA haben ja immer wieder wegen irgendwelcher Umbauten die Strecken und Haltestellen für die Busse geändert, aber auf die Idee, die 375 wie früher durch die Markstraße fahren zu lassen, was problemlos möglich gewesen wäre, sind sie ja nicht gekommen. Das wäre für mich näher gewesen. Bis zur Haltestelle Stiepeler Straße sind es für mich etwa 10 bis 15 Minuten zu Fuß, weswegen ich nun schon immer etwas früher von zu Hause losgehen muss.

Um 19.09 Uhr jedenfalls stieg ich an der Stiepeler Straße in die Linie 375 ein und kam damit um etwa 19.30 Uhr in Witten am Ossietzkyplatz an. Dort stieg ich aus und ging den Rest zu Fuß, bis zum Rathaus und zum Isola Bella, wo ich kurz darauf eintraf.

Das Restaurant war gut besucht, wie üblich an einem Freitag Abend. Ich hatte wie immer meinen Stammplatz. Anwesende Personen von der Belegschaft waren Sabrina Ender, Rosario und Janine. Alle waren freundlich und zuvorkommend wie immer. Auch an diesem Abend stellte ich mir wieder ein tolles italienisches Menü zusammen und genoss diesen Abend ausgiebig.

*****

Das Menü dieses Abends:

Als Aperitif ein Prosecco.

Als Amuse Bouche sowie begleitend zum Menü gab es ein Körbchen
mit kleinen, gebackenen Brötchen und hausgemachter Kräuterbutter.

Begleitend zum Menü ein Mineralwasser.

1. Gang – Vorspeise:
Antipasto „Isola Bella“
Kalte Vorspeise – eine besondere Spezialität des Hauses

2. Gang – Suppe:
„Zuppa di Pesce“
Italienische Fischsuppe

3. Gang – Fisch:
„Gamberoni al Pepe Verde“
Riesengarnelen mit grüner Pfeffersauce und feinen Bandnudeln

Wein von der Vorspeise bis zum Fisch:
Insolia“, ein Weißwein aus Sizilien
(drei Karaffen zu je 0,25 l – bei jedem Gang eine)

4. Gang – Hauptgericht:
„Medaglioni Buon Gustaio“
Schweinefiletmedaillons mit Parmaschinken,
Salbei und Käse in einer Cognac-Pfeffer-Sauce,
dazu Kartoffelgratin und gemischtes frisches Marktgemüse

Wein beim Hauptgericht:
Nero Davola“, ein italienischer Rotwein
(eine Karaffe zu 0,5 l)

5. Gang – Dessert:
„Tartufo“
Italienische Eisspezialität

Danach noch einen Kaffee und einen sehr guten Grappa.

*****

Dieses Menü war einfach ausgezeichnet, sowohl die Speisen als auch die dazu gereichten Weine. Es wurde also wieder ein wunderbarer italienischer Abend mit allem, was dazu gehört. Nach dem Essen setzte sich Frau Ender noch zu mir und ich erzählte ihr einige Dinge, die sich unlängst in meinem Leben ereignet hatte. Danach verabschiedete ich mich. Ich ging zum Ossietzkyplatz und fuhr von dort aus mit dem Bus 375 wieder zurück nach Bochum bis zur Haltestelle Stiepeler Straße. Dort stieg ich aus und ging den Rest zu Fuß, und so gegen 23.30 Uhr traf ich wieder zu Hause ein.

Dort sah ich mir bei Kaffee und Cognac noch eine göttliche Komödie an. Aber nicht die von Dante Alighieri, sondern die hier:


*****

Montag, 18. Juli 2016

Lichtenberger und seine Kritiker


Die Vorgeschichte:

Am 27.08.2015 fand in Bochum vor dem Rathaus eine Demonstration gegen Jugendamtswillkür und Kinderklau statt. Daran nahm ich teil. Der wichtigste Anlass für diese Demo waren die bevorstehenden Oberbürgermeister-Wahlen in Bochum. Ein guter Parteifreund des Kandidaten Thomas Eiskirch (SPD), nämlich Gerd Lichtenberger, ist in mehrere Jugendamts-Skandale verwickelt, besonders durch seine LIFE-Jugendhilfe GmbH.

Hier eine kurze Zusammenfassung (nachzulesen auch hier):

Gerhard Lichtenberger ist Gründer und Geschäftsführer der LIFE-Jugendhilfe, und tritt auf dem Papier für das Kindeswohl ein. Allerdings hat er diesbezüglich ein sehr merkwürdiges Verständnis von „Kindeswohl“.

Seit Jahren sorgen Lichtenberger und seine LIFE-Jugendhilfe immer wieder für Skandale. Bereits 2004 z.B. berichtete der SPIEGEL über Lichtenberger und einen Jungen, den er in Chile untergebracht hatte.

[…] Ein chilenischer Staatsbediensteter stellte unverblümt klar, die Arbeit des Bochumer Trägers „LIFE“ in seinem Land könne zur „ernsthaften Gefährdung für die bilateralen Beziehungen werden“. Schon Ungereimtheiten bei den Visa der Jugendlichen reichten den Südamerikanern aus. Der Botschafter möge „LIFE“ doch bitte schön alsbald zum Abzug drängen, im Interesse der deutschchilenischen Freundschaft – in der feinen Welt der Diplomaten eine heftige Erschütterung. […]



Doch es ging nicht nur um Ungereimtheiten beim Visa, sondern ein LIFE-Jugendlicher wurde in Chile zu drei Jahren Haft verurteilt, weil er eine Lederjacke geklaut hatte.

Die Skandale beschränkten sich auch keineswegs auf Chile. Der WDR berichtete 2015 über einen Jungen namens Paul (Name geändert), der nach Ungarn verbracht wurde, und betitelte die Sendung:

MIT KINDERN KASSE MACHEN“.

Zuletzt holte der Rhein-Sieg-Kreis einen von Lichtenberger betreuten Jugendlichen aus Kirgistan zurück. Das Auswärtige Amt rät von Reisen in dieses Krisengebiet ab, aber Lichtenberger bringt dort Kinder unter!

Ein merkwürdiges Verständnis von „Kindeswohl“ würde ich dem SPD-Ratsherrn attestieren wollen, was sich wohl auch im Schulbesuch der betreffenden Kinder niederschlägt. Der Junge Paul hatte in Deutschland das Gymnasium besucht, und bekam in Ungarn lediglich 4 Stunden Unterricht in der Woche. Und zwar nicht in einer Schule, mit anderen Kindern, nein – nur am PC.

Mindestens 7.000.- € bezahlte das Jugendamt monatlich für die Betreuung von Paul. Ca. 600.- € davon bekam der Betreuer in Ungarn, ein alter Mann, den man kunstvoll um etwa 10 Jahre verjüngt hatte, damit es nicht ganz so blöde aussieht. Ein ehemaliger Handwerker, der tatsächlich schon über 70 Jahre war, war der Betreuer in Ungarn. Ca. 7.000.- € gab es vom Jugendamt, von denen ca. 600.- € weitergegeben werden – ja, das hinterlässt mal eben monatlich 6.400.- € bei der LIFE-Jugendhilfe GmbH. Und Paul ist natürlich nicht das einzige Kind, das auf diese Weise Geld in die Kasse der LIFE-Jugendhilfe gespült hat. Das Geld floss so reichlich, dass Lichtenberger und seine Frau jeweils 5.000.- € der SPD spenden wollten bzw. mussten, um wenigstens etwas von dem Geld wieder los zu werden. Übrigens, für insgesamt 10.000.- € muss ein alter ungarischer Rentner, der monatlich lächerliche 600.- € bekam, doch verdammt lange arbeiten ...

Lichtenberger kann zwar fast alles gebrauchen, und besonders sorgte er gerne regelmäßig für nette Zeitungsberichte. Nur Kritiker, die ihm in das lukrative Süppchen spucken, die hat er nicht so gerne. Da greift er vielleicht auch mal ganz gerne zu einer eher „kreativen Wahrheit“.  […]

Dieser Mann macht also Geschäfte mit Kindern. Er kassiert eine Menge Geld für die Kinder und lässt sie ins Ausland verbringen. Das kann man wohl zweifellos Kinderhandel nennen. Und dass so jemand im Stadtrat sitzt und nichts dagegen unternommen wird, nenne ich einen Skandal.

Mehr über Gerhard Lichtenberger ist hier nachzulesen und vieles findet sich auch durch einfaches Googlen. Ich denke, dem ist nicht viel mehr hinzuzufügen.

Klicken Sie hier, um das Bild groß zu sehen.
 
Die Demo am 27.08.2015 dauerte von 14.00 Uhr bis 17.00 Uhr und in dieser Zeit war ich auch dort. Ich weiß also, was dort geschehen ist und was nicht. Auch an die Papiere, die auf dem Info-Tisch gelegen haben, erinnere ich mich noch gut, denn ich habe mehrere davon mitgenommen. Ich erinnere mich an einen Polizeiwagen, der in der Nähe war, und einen Polizisten, der hin und wieder ausstieg, zu uns rüberkam und sah, was wir so taten. Ich erinnere mich an viele Menschen, die dort waren und mit denen ich sprach. Ich erinnere mich auch an eine grauhaarige Frau mit Brille, die aus dem Rathaus kam und uns lautstark beschimpfte. Diese Frau war wohl eine Mitarbeiterin von Lichtenberger. Jedenfalls war diese Demo, nachdem ich dort war, dann auch für mich erledigt und ich wendete mich danach wieder anderen Dingen zu.

Anders erging es jedoch dem Veranstalter der Demo, Stefan Gundlach, sowie Bernd Schreiber, der während der Demo die meiste Zeit durch das Mikrofon redete und dadurch unser Anliegen sowie diverse zugehörige Sachverhalte mitteilte. Die beiden bekamen im Nachhinein noch Ärger. Beide bekamen nämlich eine Einstweilige Verfügung – Stefan vom Landgericht Bochum, und Bernd vom Landgericht Essen. In dieser Einstweiligen Verfügung, die von Gerhard Lichtenberger beantragt wurde, wurde Stefan und Bernd untersagt, ein bestimmtes Flugblatt zu verteilen, welches auf der Demo am 27.08.2015 angeblich verteilt wurde. Nur dass dieses Flugblatt dort niemals verteilt wurde! Es wurde behauptet, Personen auf der Demo hätten dieses Flugblatt vor dem Rathaus verteilt und es hätte auch an Säulen geklebt. Dies entspricht aber nicht der Wahrheit. Es wurde nichts verteilt und es klebte auch nichts an Säulen. Es lagen nur DIN-A4-Dokumente auf dem Info-Tisch, die sich jeder selbst nehmen konnte. Auf diesen Dokumenten stand auch nicht der Text, der angeblich auf dem besagten Flugblatt gestanden haben soll, sondern etwas ganz anderes. Abgesehen davon war der Text, der angeblich auf dem Flugblatt gestanden haben soll, in keiner Weise beleidigend, übel nachredend oder verleumderisch, sondern völlig harmlos und ein zulässiges Mittel der Meinungsäußerung im Wahlkampf um den Bochumer Oberbürgermeister-Posten. Aber darauf kommt es nicht an, denn dieses angebliche Flugblatt gab es ja auf der Demo überhaupt nicht. Das werden alle teilnehmenden Personen und sogar der anwesende Polizist bestätigen können.

Nun führt Lichtenberger aber einige Zeugen an, die behaupten, dass dieses Flugblatt dort verteilt worden sei. Diese Zeugen sind Mitarbeiter von Lichtenberger, vielleicht sogar gute Freunde, und machen daher natürlich Aussagen für ihn. Was von diesen Personen und ihren Aussagen zu halten ist, ist hier zu lesen: [1], [2].

Das mit dem Flugblatt ist nur ein Vorwand, eine ziemlich blöde und konstruierte Geschichte. Es geht Lichtenberger in Wirklichkeit nur darum, die Leute, die gegen ihn demonstriert und öffentlich seine Taten angeprangert haben, einzuschüchtern und ihnen eins auszuwischen. Es geht darum, kritische Bürger mundtot zu machen.

Zusätzlich zu den Einstweiligen Verfügungen gab es auch noch Strafanzeigen gegen Stefan Gundlach und Bernd Schreiber, wegen Beleidigung, über Nachrede, etc.. Die Ermittlungsverfahren liegen jetzt bei der Staatsanwaltschaft. Gegen die Einstweiligen Verfügungen legten Stefan und Bernd selbstverständlich Widerspruch ein, so dass schließlich zur Sache verhandelt werden musste. Das Hauptsache-Verfahren gegen Stefan fand am 14.07.2016 beim Landgericht Bochum statt, das gegen Bernd wird am 27.10.2016 beim Landgericht Essen stattfinden.

Allerdings sollte es Lichtenberger nicht so leicht gemacht werden, kritische Bürger mundtot zu machen. Das Verfahren hatte ja keinen anderen Zweck als Einschüchterung und Rache. Stefans Rechtanwalt in diesem Verfahren war Thomas Saschenbrecker, der schon Verfahren vor dem Bundesverfassungsgericht gewonnen hat. Er musste zwar extra aus Karlsruhe anreisen, ist aber mit Fällen wie diesem vertraut und auch in Familien- und Betreuungssachen ein Experte und prangert ungerechfertigte „Inobhutnahmen“ (also Kindesentzug) offensiv an. Auch im Fall Ulvi Kulac war Saschenbrecker tätig. Mit diesem Gegner wird Lichtenberger es nicht so leicht haben. Außerdem wurde für den 12.07.2016, also zwei Tage vor Stefans Verhandlungstermin, eine Demo vor dem Landgericht Bochum organisiert, um die Öffentlichkeit auf das Unrecht, das hier geschieht, aufmerksam zu machen. 

 -------------------------------------------------------------------------------

Die Demonstration am 12.07.2016:

 

An dieser Demo, die von 11.00 Uhr bis 14.00 Uhr ging, nahm ich teil. Als ich eintraf, waren Stefan und Manfred bereits da (übrigens hatte ich die beiden bei der ersten Demo im Juni 2015, als ich die beiden noch nicht kannte, für Zivilpolizisten gehalten und bin wieder gegangen; das war eine ziemlich blöde Geschichte!). Sie bauten dann den Info-Tisch und die Sprechanlage auf dem Platz direkt vor dem Haupteingang zum Landgericht auf und dann ging es auch schon los. Die Polizei, die wohl in ständiger Präsenz vor dem Landgericht postiert ist, kam insgesamt dreimal, um die Rechtmäßigkeit dieser Demo zu überprüfen, deren Teilnehmer man an einer Hand abzählen konnte, und stellte sogar die Lautstärke der Sprechanlage fest. Bernd Schreiber kam später mit seinem Talimobil angerollt; er musste einen Umweg nehmen, weil an dem Bahnsteig am Bochumer Hauptbahnhof, an dem die Bahn aus Gelsenkirchen ankommt, der Aufzug defekt war, was für ihn als Rollstuhlfahrer ein Problem ist; deswegen musste er schon in Bochum-Hamme aussteigen. Nachdem er da war, waren wir fünf Personen (Bernd, Stefan, Manfred, Andreas und ich). Dann ging es los. Bernd, der auf Demos immer der Redner ist, griff zum Mikrofon und informierte die Öffentlichkeit über Lichtenberger, die aktuellen Verfahren, die LIFE-Jugendhilfe, und andere Fälle und unberechtigtem und willkürlichem Kindesentzug. Auch Antonya, Tobias, Dave und Pia sowie der Fall Andrea Kuwalewsky fanden Erwähnung.

Bemerkenswert aber war, dass auf unserem Info-Tisch diesmal kein einziger Flyer lag, was auch per Videokamera festgehalten wurde. Das war auch absichtlich so, damit hinterher nicht wieder jemand ankommen kann und uns Flyer unterschiebt, die wir angeblich verteilt hätten, aber nie verteilt haben. Man lernt eben aus Erfahrung. Auch wenn wir nur wenige waren, denke ich schon, dass uns dadurch ein gutes Stück Information der Öffentlichkeit gelungen ist. Wir wurden von mehreren Passanten interessiert angesprochen, und auch aus den Fenstern des Landgerichts schaute man uns interessiert zu (warum wohl?).

--------------------------------------------------------------------------------  

Die Verhandlung am 14.07.2016: 

Um 10:00 sollte die Verhandlung sein. Ich ging zum Landgericht Bochum und traf mich davor schon mit Stefan, Manfred und Andreas. Dann gingen wir hinein. Bernd war schon drin; er war durch einen Hintereingang hereingelassen worden, weil er mit seinem Rollstuhl nicht durch die Schleuse am Eingangsbereich passt. In der Kantine trafen wir uns mit Rechtsanwalt Saschenbrecker und als weiterem Verfahrensbeistand Franz J.A. Romer, der auch seit langem gegen Jugendamtswillkür und Kindesentzug engagiert ist. 

Die Verhandlung fand im Saal A 145 vor der 8. Zivilkammer des Landgerichts Bochum statt, mit dem Richter Klaus Brünger als Vorsitzendem sowie Richterin Steinbach und Richter Brelinger als Beisitzer. Als wir in den Gerichtssaal kamen, saßen Monika und Werner bereits da und ich setzte mich zu ihnen. Es waren auffällig viele Zuschauer im Saal, fast alle Plätze waren schon besetzt, so dass der Rest unserer Gruppe kaum noch Platz fand. Es lief gerade noch eine andere Verhandlung, die aber nach kurzer Zeit zu Ende war. Dann versuchte Bernd, in den Gerichtssaal zu kommen, passte aber mit seinem Rollstuhl nicht durch die Tür, so dass erst noch der zweite Türflügel geöffnet werden musste, damit er hineinfahren konnte. Später berichtete Bernd, dass er Lichtenberger und seinem Anwalt schon im Eingangsbereich getroffen hätte und der Anwalt zu ihm gesagt hätte: „Herr Schreiber, wenn ich gewusst hätte, dass Sie heute hier sind, hätte ich einen Haftbefehl für Sie mitgebracht!“ – Ach ja, und wer bitte hätte den ausgestellt, und mit welcher Begründung?!? (Dazu muss man wissen, dass Lichtenberger die Kosten für die Einstweilige Verfügung von Bernd haben will, und Bernd dieses sowie eine geforderte Vermögensaufstellung verweigert, weil er sagt, dass er am Ende ja doch gewinnt). Das Schlimme ist ja, dass Anwälte solche Sprüche tatsächlich ernst meinen.

Dann kam Gerhard Lichtenberger in den Saal, mit seinem typischen Grinsen. Dieses Grinsen verging ihm aber, als er sah, wie viele Zuschauer im Saal saßen, und die Hälfte davon waren definitiv nicht seine Leute. Er nahm neben seinem Anwalt Platz. Auf der anderen Seite nahmen Stefan mit Rechtsanwalt Saschenbrecker und Verfahrensbeistand Romer Platz. Der Vorsitzende Richter Brünger eröffnete die Verhandlung und sagte gleich, dass man mit einem solchen Publikumsandrang nicht gerechnet hatte. Es waren wirklich alle Plätze im Saal besetzt und mehrere Personen mussten sogar stehen, weil sie keinen Platz mehr bekommen hatten.

Dann wurde die Sache „Lichtenberger gegen Gundlach“ aufgerufen und die Verhandlung begann.

Richter Brünger fiel zu Beginn der Verhandlung leider gleich durch die für Richter typische Arroganz und Überheblichkeit auf. Stefan hatte einen Antrag auf Prozesskostenhilfe (PKH) gestellt. Richter Brünger erklärte, dass über diesen Antrag noch nicht entschieden werden könne, weil dafür noch bestimmte Unterlagen fehlten. Als Stefan darauf antwortete und zu diesen fehlenden Unterlagen etwas sagte, wies Brünger ihn scharf zurecht mit den Worten:
„Herr Gundlach, hier rede ich! Wenn Sie etwas zu sagen haben, dann nur über Ihren Anwalt, klar? Wir wollen doch hier keine Nebenkriegsschauplätze aufsuchen, nicht wahr?“
Welch eine Impertinenz und Unverfrorenheit! Wer hat denn hier „Nebenkriegsschauplätze aufgesucht“? Stefan hat lediglich auf einen Vorhalt des Richters geantwortet, weiter nichts. Es bestand keinerlei Grund, ihn dafür gleich so zurechtzuweisen. Meint denn dieser Richter, er dürfe anderen Menschen einfach so über den Mund fahren? Darf ein Beklagter nicht mal antworten? Aber offensichtlich wollte dieser Richter von Anfang an nur klarstellen: „Hier bin ich der Boss!“

Dann wurde kurz zur Sache verhandelt. Beide Parteien überreichten dem Gericht Schriftstücke, die dann auch der Gegenseite ausgehändigt wurden. Richter Brünger fragte, ob unter den Parteien die Möglichkeit einer gütlichen Einigung bestünde, was Rechtsanwalt Nagler, Lichtenbergers Anwalt, sofort verneinte, mit dem Hinweis darauf, was im Internet, besonders auf Beamtendumm, alles über seinen Mandanten Lichtenberger geschrieben wurde. Dabei hat Stefan mit der Seite Beamtendumm gar nichts zu tun, da diese nicht von ihm betrieben wird, und er ist auch nicht verantwortlich für das, was da steht. Außerdem steht dort nur die Wahrheit.

Es wurde kurz die Sach- und Rechtslage erörtert. Dabei erklärte Richter Brünger ganz offen, dass man bei Erlass der Einstweiligen Verfügung offenbar die Dimension dieses Falles nicht erkannt bzw. unterschätzt habe. Offensichtlich habe sich das Gericht von der Tatsache, dass der Antrag auf Einstweilige Verfügung von einem SPD-Stadtverordneten kam, zu stark beeindrucken lassen und ihm daher ohne weitere Prüfung – und vor allem ohne Anhörung der Gegenseite – entsprochen. Das hat man nun immerhin seitens des Gerichts erkannt und eingestanden, was schon beachtenswert ist. Hoffentlich ziehen Richter Brünger und seine Kammer aus dieser Einsicht auch die richtigen Konsequenzen. Nun müsse der Fall genauer geprüft werden, sagte der Richter. Es ginge um das Persönlichkeitsrecht des Klägers auf der einen Seite und das Recht der freien Meinungsäußerung auf der anderen Seite, und nun müsse hier eine Abwägung getroffen werden. So weit, so gut. Aber so weit waren wir auch schon. Es steht nun zu hoffen, dass diese Abwägung richtig ausfällt.

Nach kurzer Erörterung sagte der Richter: „Eine Entscheidung ergeht am Schluss der Sitzung.“ Damit war die Verhandlung beendet. Das bedeutet, dass die Richter ihre Entscheidung unter sich nach Beratung im Richterzimmer treffen und nicht im Gerichtssaal verkünden, sondern den Parteien bzw. ihren Anwälten schriftlich zuschicken. So wird es heutzutage – zumindest bei Zivilprozessen – immer häufiger gemacht. Eine Entscheidung wird kaum noch im Gerichtssaal verkündet, weil die Richter Angst haben, dass diejenigen, denen die Entscheidung nicht gefällt, dann im Gerichtssaal einen Tumult auslösen. In Wahrheit ist es aber wohl so, dass die Richter nicht mehr öffentlich und vor Publikum zu ihren Entscheidungen stehen wollen bzw. können.

Nach der Verhandlung waren Lichtenberger und sein Anwalt schnell verschwunden. Unsere Gruppe beriet sich kurz und dann beschlossen wir gemeinsam, in der Nähe in ein Gasthaus einzukehren, um uns in aller Ruhe über die Geschehnisse auszutauschen. Wir waren fast 15 Personen. Unterwegs erzählte mir Werner von den neuesten Schikanen durch seine Krankenkasse. Über Werner berichte ich demnächst auch hier. Wir kehrten dann alle in der Gaststätte „Zur Altstadt“ ein, wo auch Herbert Grönemeyer hin und wieder verkehrt. Dort unterhielten wir uns noch eine Weile und aßen, als es Mittag wurde, eine Kleinigkeit. Danach verabschiedeten wir uns und ich fuhr wieder nach Hause.

Was die noch ausstehende Entscheidung des Gerichts betrifft, bin ich nicht sicher, ob ein richtiges und gerechtes Ergebnis dabei herauskommt, da der Richter Klaus Brünger nicht immer durch gute Entscheidungen von sich Reden gemacht hat. So hat er zum Beispiel dem schwerreichen Sänger Joe Cocker dabei geholfen, einen armen Sozialarbeiter um 5.000.- € zu erleichtern ([1], [2]), was nur als Abzockerei bezeichnete werden kann – und auch ist! Naja, aber warten wir ab, was in diesem Fall dabei herauskommt ….. 

--------------------------------------------------------------------------------

Nachtrag 21.07.2016 

Das Urteil: 

Heute kam das Urteil in schriftlicher Form. Und siehe da: Es ist tatsächlich richtig entschieden worden! Natürlich ist diese Entscheidung die einzig Richtige und nach Recht und Gesetz sowie nach der eindeutigen Sachlage hätte gar nicht anders entschieden werden dürfen, aber bei der deutschen Justiz weiß man ja nie; da sind richtige und gerechte Entscheidungen leider eher die Ausnahme als die Regel. Tatsache ist nun aber: Das Landgericht Bochum (Brünger, Steinbach und Brelinger) haben Lichtenbergers Klage abgewiesen! Lichtenberger hat also verloren und Stefan hat gewonnen. 

Klicken Sie hier, um das Urteil zu sehen.

Sieg auf der ganzen Linie! Nichts zuletzt dank der Hilfe von Thomas Saschenbrecker. Ein erster Bericht findet sich hier.

Dieses Urteil kann nun auch als Vorlage im Verfahren „Lichtenberger gegen Schreiber“ dienen, denn hier dürfte das Landgericht Essen auch nicht anders entscheiden. Das wird sich dann am 27. Oktober zeigen. Auch die Staatsanwaltschaft sollte es nun leichter haben, das Verfahren gegen Bernd und Stefan einzustellen.

Allerdings ist zu befürchten, dass Lichtenberger diese Niederlage nicht so einfach hinnehmen wird und gegen das Urteil Rechtmittel einlegt. Bitte sehr, soll er ruhig! Wenn er sich noch weiter blamieren und sich noch vom Oberlandesgericht eine Ohrfeige abholen will, soll er das ruhig tun. Er wird schon sehen, was er davon hat. Wir haben nichts zu befürchten.

Wie auch immer, es bleibt spannend. Die Felle des Herrn Lichtenberger schwimmen langsam aber sicher davon. Es soll ja auch bei der Staatsanwaltschaft ein Verfahren gegen ihn anhängig sein. Und wie lange er noch seinen Sitz im Stadtrat hat, bleibt abzuwarten.
  
--------------------------------------------------------------------------------

Nachtrag 08.08.2016:

Nun ist das vollständige Urteil eingetroffen, mit Tatbestand, Klägerbegehren und den Entscheidungsgründen.

Es ist über diesen Link als PDF-Datei herunterzuladen:


Bemerkenswert ist, was Lichtenberger alles beantragt hat. Da kann man sich nur an den Kopf fassen! Was glaubt dieser Mann denn, wer er eigentlich ist? Am lächerlichsten ist ja wohl seine Schmerzensgeld-Forderung. Wo hatte er denn Schmerzen? Im Kopf? Oder im Herzen? – Das ist natürlich alles Quatsch. Bei der Lektüre der vielen Punkte des Klägerantrages merkt man sofort, worum es ihm wirklich geht, nämlich darum, einen kritischen Bürger mit aller Gewalt mundtot zu machen und dabei auch noch kräftig Geld zu kassieren. Lichtenberger kann einfach den Hals nicht vollkriegen!

Solche Leute müssen endlich mal von ihrem hohen Ross heruntergeholt werden und unsanft landen. Immerhin hat sich Lichtenberger diesmal vom Gericht eine saftige Ohrfeige abgeholt. Und das wird sicher nicht die letzte sein.

Caesar

*****

Sonntag, 3. Juli 2016

Das große Sterben von 2016


Ich frage mich, was in der letzten Zeit eigentlich los ist. Der Tod schlägt in diesem Jahr besonders kräftig zu. In der ersten Hälfte des Jahres 2016 sind so viele bekannte und beliebte Menschen gestorben. Von Peter Lustig hatte ich hier schon berichtet. Jetzt hat es aktuell gleich zwei erwischt (die beiden letztgenannten in diesem Artikel hier). Viele der Verstorbenen waren aber durchaus noch nicht fällig. In der folgenden kleinen Übersicht über die bisher in diesem Jahr Verstorbenen habe ich hier erst einmal nur einige wenige erwähnt, nur die Bekanntesten:

(15.07.1946 – 04.01.2016)

(20.03.1961 – 04.01.2016)

(21.02.1946 – 14.01.2016)

(15.08.1955 – 07.02.2016)

(18.02.1925 – 28.02.2016)

(06.07.1970 – 24.03.2016)

(21.03.1927 – 31.03.2016)

(07.06.1958 – 21.04.2016)

(13.08.1939 – 15.05.2016)

(17.01.1942 – 03.06.2016)

… und aktuell:

Götz George („Schimanski“)
(23.07.1938 – 19.06.2016)

(31.10.1929 – 27.06.2016)

Wie gesagt, ist das nur eine kleine Auswahl der in diesem Jahr Verstorbenen. Es waren sehr viel mehr. Wer im Verlauf des letzten halben Jahres noch alles verstorben ist, kann man hier nachlesen. Es ist schon auffällig, dass es so viele bekannte Personen in einem so kurzen Zeitraum sind. Da fragt man sich unwillkürlich: Wer wird der nächste sein? Und man hofft natürlich auch, dass man es nicht selber ist …

Diese Todesfälle sind aber ein weiteres Argument dafür, dass man das Leben in vollen Zügen genießen sollte, so lange man kann. Denn man weiß nie, wann es vorbei ist.

*****